Reiseberichte

Lesen Sie an dieser Stelle die Reiseberichte unserer Kunden. Machen Sie sich ein Bild davon, was Sie erleben können, wenn wir „gemeinsam unterwegs“ in der Welt sind. Ob Wanderreise, Städtetour oder Bildungsreise: auch wenn es sicher schwer ist, die unbeschreiblichen Erlebnisse zu beschreiben: an dieser Stelle gehört der Platz ganz Ihnen.

Gemeinsam unterwegs

Australiens Vielfalt

Ein Bericht von Frau Dr. Elisabeth Linnert

Australien, den riesigen Kontinent am anderen Ende der Welt kann man in wenigen Wochen nicht wirklich kennen lernen, aber man bringt aus mehreren Regionen sehr intensive Eindrücke und viele Fotos mit nach Hause. Erdgeschichtlich vom Rest der Welt getrennt entwickelten sich die Natur und die Menschen auf besondere Art. Die Aborigines, die seit Jahrtausenden als Nomaden auf ihren „Traumpfaden“ von Rastplatz zu Rastplatz wanderten und der oft feindlichen Natur ihren Lebensunterhalt abrangen, entwickelten sehr spezielle religiöse Vorstellungen und Rituale, zu denen sie bis heute Uneingeweihten keinen Zugang gewähren. Die Eroberung des Landes durch die Engländer war für sie ein weit schlimmerer Eingriff in ihre Lebensgewohnheiten als der unmittelbare Verlust ihres Lebensraumes. Heilige Stätten wurden durch Straßen-, Städte- und Eisenbahnbau entweiht. Bis 1974 sah man die Aborigines nicht einmal als vollwertige Menschen an.

Unsere Reise beginnt im Norden im tropischen Darwin. Wir erleben den ersten Sonnenuntergang am Strand, wo auf einem Markt Souvenirs und kulinarische Spezialitäten angeboten werden. Auch ein paar Ureinwohner machen Musik mit Trommel, Didgeridoos

und Klanghölzern. Die nächsten Tage verbringen wir mit Esther im Kakadu-Nationalpark, lernen z.B. essbare grüne Ameisen, riesige Termitenhügel, Tiere und Pflanzen kennen. Bei der Bootsfahrt auf dem „Gelben Fluss“ wird eindringlich vor den gefährlichen Leistenkrokodilen gewarnt, die wir allerdings ungefährdet beobachten. In den Mangroven tummeln sich bunte Vögel, auch Giftschlangen sind hier zu beachten.

Das Warradjan-Zentrum zeigt wichtige Dinge der Kultur der Ureinwohner, mit denen sie jagen, Wurzeln ausgraben, Feuer entfachen, Babys transportieren etc. . Die Werkzeuge haben häufig verschiedene Funktionen – ein Vorteil, um das Gewicht des Gepäcks bei ihren Wanderungen zu minimieren.

Tief beeindruckt haben uns die mit Naturfarben ausgeführten Felsmalereien, die z.T. 20 000 Jahre alt sind, von den Stammesältesten aber auch immer wieder erneuert und erweitert wurden.

Fast hätte eine Panne unser Tagesprogramm gefährdet, aber mit sachkundiger Hilfe einiger Herren der Gruppe gelang es, den Bus wieder flott zu bekommen, denn auf die Bootsfahrt im           Nitmiluk -Nationalpark durch die imposante Schlucht, die der Kathrin-River in die roten Sandsteinfelsen gegraben hat, hätten wir nicht verzichten mögen. Wir genießen die bezaubernde Kulisse der Felswände, von denen Pflanzen wie hängende Gärten herabhängen. Auch hier ist heiliges Gebiet, aber den Touristen ist der Besuch gestattet. Auf dem Rückweg nach Darwin erfrischt ein Bad am Wangi-Wasserfall.

Wir fliegen nun ins Outback nach Alice Springs und werden von Andrea in Empfang genommen. Die historische Telegrafenstation war lange Zeit wichtiger Nachrichtenübermittler. Das „größte Klassenzimmer der Welt“, die „School of Aire“ unterrichtet mit Hilfe moderner Medien live die weit verstreut lebenden Kinder der Farmer.

Die Zentrale der „Royal Flying Doctors“ koordiniert den Einsatz der Ärzte und Schwestern im riesigen Einzugsgebiet.

Das Outback übersät mit blühenden Blumen erlebt man nur nach den seltenen Regenfällen. Wir erfreuen uns am Kontrast der roten Erde zum frischen Grün und zu den Farben der Frühlingsblüten.

Kamele, Emus und die Riesenkänguruhs sind leider nur in Farmen zu sehen, da die wilden im Busch verborgen leben und nur nachts bis an die Straßen kommen.

Eine Wanderung in den Kings-Canyon ist gut zu schaffen und sehr beeindruckend, die Tour über das Hochplateau hingegen erfordert gute Kondition.

Ein Teil der Gruppe macht sich am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang auf den „Rim Walk“ über das Hochplateau. Wir werden mit wundervollen Eindrücken belohnt für den Anstieg über 300 m. Einmal oben, sind die 6 km keine große Hürde für Wanderfreunde.

Im Anschluss machen wir uns auf den Weg zu dem wichtigsten Ziel einer Australienreise.

Nun taucht der Uluru, der heilige Berg der Aborigines auf, in dessen Nähe unser schönes Ressort liegt. Aber noch weitere rote Felsen erheben sich aus der Ebene – die 36 Felskuppen der „Olgas“ im Kata Tjuta Nationalpark, durch Schluchten voneinander getrennt, durch die verschiedene Wanderwege führen. Der Sonnenuntergang am Ayers Rock wird mit einem Glas Sekt feierlich begangen, beim nicht weniger spektakulären Aufgang am nächsten Morgen ist es empfindlich kühl.

Ein großer Teil der Gruppe beginnt noch bei Dunkelheit die 10 km Wanderung um den Berg.

Gegen den Uhrzeiger laufend, erreichen wir nach Anweisung unserer Reiseleiterin genau zum Sonnenaufgang einen Punkt, an dem der Vollmond direkt gegenüber, an der Felswand abrollend, untergeht. Das sind „die“ Momente im Leben!!

Einige Teile der Nordwand des Berges sind Kultstätten und dürfen nicht fotografiert werden, aber gut beschriftete Abschnitte vermitteln Einblicke in die Mythologie dieses mystischen Ortes.

Unter dem Kreuz des Südens inmitten der dunklen Buschlandschaft ein Menu zu genießen gehört sicher zu den besonderen Erlebnissen der an Höhepunkten so reichen Reise.

 

Weiter geht’s via Sydney nach Melbourne. Die Fahrt entlang der „Great Ocean Road“ ist ein grandioses Erlebnis. Zwar ist eine Teilstrecke durch Erdrutsche blockiert, aber der Fahrer bewältigt die Umleitung durchs Gebirge in rasanter Fahrt und bringt uns nach einer Mittagsrast in Apollo Bay zu den „Zwölf Aposteln“ und den anderen imposanten Felsformationen der „Schiffbruchküste“.

Melbourne ist eine wunderschöne Stadt mit vielen Wolkenkratzern, aber auch restaurierten alten Häusern und wunderbaren Parkanlagen. Von der im 88. Stock des Eureka-Turm befindlichen Aussichtsplattform hat man einen weiten Blick bis zum Hafen.

Sydney erkunden wir am ersten Tag mit Hilfe des Stadtplanes. Ziel ist natürlich das weltbekannte Opernhaus. Auf einer Stadtrundfahrt am nächsten Tag erschließt sich die ganze Schönheit mit Luxusvillen am Wasser und wunderschönen Stränden. Die Skyline bildet vor allem von Wasser aus ein beeindruckendes Bild. Besuchen sollte man auch das historische „Queen-Vivtoria-Einkaufszentrum“ und das alte Hafenviertel – die „Rocks“. Auf dem Weg in die „Blue Montains“ kann man einheimische Tiere wie Koala, Wombat, Wallaby und Kasuar im „Featherdale Wildlife Park“ erleben, allerdings in etwas vermarkteter Form.

Das letzte Ziel unserer Australientour ist Cairns in Queensland am Großen Barrier Reef. Der Ort mit seiner schönen Strandpromenade ist Ausgangspunkt für Katamaranfahrten zum Reef, wo man an einer kleinen Insel schnorcheln, baden und tauchen kann.

Der Besuch des Tjupukai-Zentrums, das der Aborigineskultur gewidmet ist, und die Fahrt mit der Schwebebahn über den Regenwald mit Zwischenstop nach Kuranda sollte man nicht versäumen. Kuranda ist ganz auf Touristen eingestellt, die hier Souvenirs und Opale kaufen. Zurück nach Cairns bringt ein historischer Zug die Besucher. Etwas außerhalb der Stadt sind gute Badestrände und der Botanische Garten einen Besuch wert, beides mit Stadtbussen erreichbar.

Für einen erlebnisreichen Tag erleben wir auf der Rückreise Singapur, den wohlhabenden Stadtstaat. Dem Meer abgerungenes Land trägt riesige Wolkenkratzer, aber auch sehr viele Grünanlagen. Ihren ursprünglichen Charakter haben Chinatown und das indische Viertel bewahrt. Von der Lichtershow in den „Gardens by the Bay“ sollte man sich bezaubern lassen, aber auch von den wunderbar gestalteten Pflanzenhäusern. Berühmt ist auch der Orchideengarten, den wir vor unserem langen Rückflug besuchen. Wohlbehalten kommen alle 16 Teilnehmer wieder in Weimar an.

Mythos Kap Hoorn

Ein Bericht von Frau Dr. Elisabeth Linnert

war das Motto der Sonderreise, zu der sich zehn Teilnehmer entschlossen hatten. Nicht nur Kap Hoorn mit seinen über 800 verunglückten Schiffen vor dem sturmumtosten Eiland verdient diese Bezeichnung, sondern ganz Feuerland mit seiner Geschichte, deren Ende leider für die Europäer kein Ruhmesblatt ist. Die unwirtliche Inselwelt – nur etwa 1000 Kilometer von der Antarktis entfernt – war mehr als 7000 Jahre lang Lebensraum von Menschen, die erstaunliche Strategien gegen die Kälte entwickelt hatten. Der weiße Mann brachte Krankheiten und Mord und vernichtete die Ureinwohner vollständig.

Feuerland war jedoch nur eine Etappe der 18-tägigen Reise, die in Santiago begann. Die Chilenische Hauptstadt und der bezaubernde Badeort Valparaiso sind Orte, an denen wir gern länger geblieben wären.
Auf dem Inlandflug nach Puerto Montt zog ostwärts die Andenkette an uns vorüber. Am See von Puerto Varas bezauberte zum ersten Mal der Blick auf den Vulkan Osorno, der uns bei unserer Überquerung der Anden in Booten viele Fotomotive bescherte. Über drei Seen und verbindende Fahrten im Bus gelangt man nach Argentinien. Das malerisch Bariloche war leider nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Calafate, das umgeben von Schaffarmen in der staubigen Pampa Patagoniens liegt.

Von Calafate aus war der Besuch des Nationalparks am Lago Argentino mit dem gewaltigen Perito Moreno Gletscher ein tief beeindruckendes Erlebnis. Calafate verdankt seinen Namen einem Berberitzenstrauch, der essbare Früchte trägt, deren Genuss zur Wiederkehr bewegen soll.
Zu den landschaftlichen Höhepunkten weiter im Süden zählt das Torres del Paine Massiv mit seinen Seen, bizarren Felsformationen, Guanacoherden und seltenen Pflanzen.

In Punta Arenas an der Magellanstraße, einem der Wasserwege zwischen Atlantik und Pazifik, den 1520 der Portugiese Magellan entdeckte, gingen wir für vier Tage auf das Kreuzfahrtschiff
„Stella Australis“, das uns zu den schönsten Plätzen Feuerlands brachte und auf dem wir sehr verwöhnt wurden. In Zodiac-Schlauchbooten begann jeder Landgang zu Gletschern, Inseln mit Vögeln und See-Elefanten und zu Wanderungen durch die Urwälder des fernen Gebirgslandes. Kap Hoorn war uns überaus freundlich gesinnt – weder schwere See noch Sturm oder Regen machten in letzter Minute das Erlebnis, einmal diesen südlichsten Punkt zu betreten, zunichte. Den Höhepunkt dieser Reise durften wir mit allen Sinnen genießen.

Auf der Seereise und im Nationalpark von Ushuaia haben wir innerhalb weniger Stunden alle Wetterphänomene erlebt, denn trotz des kalendarischen Frühlings sind Unwetter mit Schnee normal. Ushuaia liegt am Beagle-Kanal, durch den die Grenze zwischen Chile und Argentinien verläuft. Da wir mehrmals zwischen beiden Ländern pendelten, haben wir auch die Freuden der Grenzkontrollen genossen!

Von Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt erreicht man in dreieinhalb Stunden Flugzeit Buenos Aires, das sich uns mit blühenden Yacarandabäumen in herrlichster Frühlingspracht präsentierte. Die Stadt des Tangos bietet ein buntes Bild historischer und moderner Architektur. Besonders sehenswert ist das Künstlerviertel in Hafennähe. Am Grabmahl von Evita Peron erwischte uns ein heftiges Unwetter, aber bis zur Tangoshow am Abend war alles wieder getrocknet.

Der Abschied von Südamerika fiel schwer, aber nicht nur die vielen Fotos werden die Erinnerung an die wunderbaren Erlebnisse wach halten, die wir auf dieser Reise haben durften.
Eine Sonderreise mit Gebeco ist auch immer so gut organisiert, dass wir weder über Mängel bei der Versorgung noch über solche bei der Betreuung durch die verschiedenen Reiseleiter zu klagen hatten.

Kroatien

Reisbericht Kroatien 2013

von Frau Dr. Linnert

die Perle der Adria kann man auf vielfältige Weise erleben, denn außer Badefreuden bietet das Land viel Sehenswertes. Wer Dubrovnik als Ausgangspunkt wählt, hat zahlreiche Möglichkeiten, den südlichsten Teil des Landes und Teile der angrenzenden Staaten Montenegro und Bosnien-Herzegowina zu besuchen. Gebeco hatte uns ein ausgewogenes Programm zusammengestellt.

Dubrovnik, die im Krieg 1991-1995 schwer geschädigte Stadt ist in alter Schönheit wieder erstanden. Die Sehenswürdigkeiten sind allerdings nur eingeschränkt zu genießen, denn täglich ergießen sich aus 3-5 großen Kreuzfahrerschiffen gewaltige Menschenmassen in die Altstadt.

Viel ruhiger ist es auf der 25 Meter hohen Stadtmauer, auf der man auf 2 km Länge den ganzen Ort umrunden kann – mit herrlichem Blick auf die Dächer, das Meer und die vorgelagerten Inseln.
Die Adriaküste war schon immer heiß umkämpftes Gebiet. Festungen und Ringmauern sollten die Siedlungen vor feindlichen Übergriffen schützen, wie z.B. das idyllische Korcula. Das Inselstädtchen erreicht man nur per Fähre. In Ston umfasst eine 4,5 km lange Mauer sogar einen ganzen Berg.

Im Nachbarland Montenegro – es hat Eurowährung ohne in der EU zu sein – erlebt man die Schönheit der schroffen Bergwelt des Balkans. Eine atemberaubende Panoramastraße schraubt sich in 25 engen Kurven von Kotor, einer weiteren wehrhaften alten Stadt am Meer bis auf 1200 m Höhe hinauf. Deutlich wird dabei der Wechsel von mediterraner zu kontinentaler Vegetation. Auf der Höhe leben die Menschen in kleinen Ansiedlungen von der Schinken- und Käsebereitung. Es empfiehlt sich, beides zu kosten!

Einen völlig anderen Charakter hat die bosnische Stadt Mostar mit ihrer weltbekannten Bogenbrücke, die 1566 erbaut und im November 1993 zerstört wurde. Nach alten Plänen neu erstanden ist sie nun wieder Anziehungspunkt für Touristen und Künstler. Die mit runden Kieselsteinen gepflasterte Altstadt erhielt ihr orientalisches Gepräge durch die türkische Herrschaft. Zahlreiche Minarette ragen aus den Gewirr der Häuser empor, aber am höchsten ist der Turm der Franziskanerkirche.
Auf allen Fahrten erlebt man die reiche Vegetation der Küste und der vorgelagerten Inseln. Einzelne Ruinen erinnern noch an die bitteren Kriegsjahre, aber Vieles ist mit staatlicher und internationaler Hilfe aufgebaut worden. Neben dem Tourismus sind vor allem Wein- und Obstanbau wichtige Einnahmequellen. Im Konavle-Tal erlebt man in kleinen Orte noch viel bäuerliche Tradition.
Für Ausflugstouren und Stadtbesichtigungen sind das Frühjahr und der Herbst am günstigsten, denn im Sommer muss man mit hohen Tagestemperaturen rechnen. In Mostar werden oft 40 Grad im Schatten erreicht! Im glasklaren Wasser kann man noch spät im Jahr baden. Eine gute Reiseleitung und ein versierter Busfahrer erhöhen den Genuss einer jeden Reise. Wir waren mit beiden sehr zufrieden.

Kuba – Karibische Vielfalt

Ein Reisebericht von Frau Dr. Elisabeth Linnert

Kuba, die Insel zwischen Atlantik und Karibik mit ihrer bezaubernden Natur empfing uns mit Sonnenschein und Wärme, als wir am 11.2. aus dem eisigen Deutschland kommend in Havanna landeten. Das Land weckte seit Jahrhunderten die Begehrlichkeiten von Piraten, Zuckerbaronen und Goldsuchern, war immer strategisch wichtig. Wer kennt nicht die Schweinebucht und Guantanamo! Aber das ist nicht das heutige Kuba, wo die Nachkommen der afrikanischen Sklaven und die der herrschenden Spanier versuchen, schon seit mehr als 50 Jahren die Ideale einer sozialistischen Gesellschaftsordnung zu verwirklichen. Das Analphabetentum ist beseitigt und die Gesundheitsbetreuung ist kostenlos, aber im Hinblick auf die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, Wasser und Strom gibt es große Mängel. Das Verkehrswesen ist vorsintflutlich, die recht ordentlichen Autobahnen werden vorwiegend von Radfahrern, Pferde- und Ochsengespannen bevölkert. Die geduldig wartenden einheimischen Reisenden müssen auf die Ladefläche eines Lastwagens steigen, so denn einer vorbeikommt. Lebensmittelkarten regeln den Bezug der wichtigsten Konsumgüter, bezahlt wird in kubanischen Peso. Touristen verfügen über den konvertierbaren CUC, der etwa den Wert eines Dollar hat. Der Tourismus und die Zuwendungen der Exilkubaner an ihre Familien sind die wichtigsten Devisenquellen des maroden Staates.

Trotz der Probleme haben sich die Menschen ihren Frohsinn bewahrt und finden in Musik und Tanz Ablenkung und Ausgleich. Sie kleiden sich gut und halten ihre Städte und Dörfer sehr sauber. Ihre Wohnsituation erschließt sich dem Touristen nicht.
Unsere fast 3000 km lange Rundreise hat uns weit durch das wunderschöne Land geführt. Giobe ́ stand uns als umsichtiger Reiseleiter freundlich zur Seite und Ernesto lenkte den aus China stammenden Bus mit großem Können auch über die heikelsten Nebenstraßen. Die Hotels waren ausnahmslos gut und besser.

Havannas Altstadt mit ihren zahlreichen Bauten aus der Kolonialzeit wird restauriert und ist sehr sehenswert. Die großen Gebäude sind nun vorwiegend Hotels und Museen. Feuchtigkeit und verheerende Cyclone machen auf der ganzen Insel so manche Maßnahme wieder zunichte.
Mit großem Interesse haben wir Hemingways Haus im Stadtteil San Francisco de Paula besucht. Er schrieb dort einige seiner bekanntesten Werke.

Der Westen Kubas ist Tabakland. Hier lernt man den Werdegang von der Pflanze bis zur fertigen Zigarre kennen. Das Zentrum ist Pinar del Rio. Besonders reizvoll sind die Felsenlandschaften des Mogotetales und der Ort Vinales im Nordwesten.
Regenwetter zwingt mitunter zu Programmänderungen. Auf diese Weise lernten wir den Naturpark „La Terrazas“, wo früher Kaffee angebaut wurde, und einen wunderschönen Orchideengarten kennen. Auf den langen Busfahrten fiel es schwer, den Blick von der Landschaft zu wenden. Millionen von Palmen, Zuckerrohr- und Reisfelder, Bananenpflanzungen, Citus-, Mango- und Mandelbäume und blühende Sträucher in allen Farben wechseln mit Siedlungen ab, in denen die einstöckigen Häuser überwiegen. Rinder und Pferde weiden auf recht trockenen Wiesen, immer von

Kuhreihern flankiert. Elegant kreisen Rotkopfgeier über allem.
Cienfuegos mit seinen ehrwürdigen Bauten rund um den Platz „Parque Marti“ ist an Eleganz kaum zu übertreffen. Hier bauten die Zuckerbarone, aber ihren Reichtum erarbeiteten die Sklaven.
Große Verehrung wird noch heute dem Freiheitskämpfer Che Guevara entgegengebracht. In Santa Clara, wo er mit einem Bulldozer einen Munitionszug des verhassten Batistaregimes zum Entgleisen brachte, wird in einem Museum unter einem gewaltigen Monument seiner gedacht. Gemeinsam mit Fidel Castro und dessen Kämpfern errang er die Freiheit für Kuba.
Trinidad – als schönste Stadt gepriesen – ist mit seinem zentralen Platz und den bunten Gassen ein Juvel. Der Glockenturm des Franziskanerklosters gilt als Wahrzeichen des Landes. Die lebhaften Farben der Fassaden hatten früher symbolische Bedeutung: rot und gelb war prospanisch, blau das Gegenteil.
Viel Spaß machte eine Zugfahrt in luftigen Wagen durch das ehemals wirtschaftlich wichtige Zuckermühlental, heute nur noch eine Touristenattraktion.
Kubas Musik und Salsatanz durften natürlich nicht fehlen und wurden in der „Casa de la Trova“ in vollendeter Form geboten.
Die Stadt Camagüey versuchte sich durch geschlängelte Gassen gegen Piratenüberfälle zu schützen. Sie sollten verwirrt werden, was man heute bei den Touristen erreicht!
In Bayamo erinnert ein Denkmal auf dem malerischen zentralen Platz an den Schöpfer der kubanischen Nationalhymne.
In einer hoch aufragenden Basilika in Cobre wird eine schwarze Madonna als Schutzheilige verehrt. Zwischen Katholizismus und afrikanischem Götterglauben sind in diesem Land die Übergänge oft fließend, da die Sklaven ihre Traditionen nicht pflegen durften.
Die Großstadt Santiago de Cuba spielte in der Revolution eine bedeutende Rolle. Die Sierra Matre schirmt die in einer Bucht an der karibischen See gelegene Stadt gegen frischen Wind ab, so dass das Klima heiß und stickig ist und Seuchen entstehen können. Gegen Piraten schützte das Castell „San Pedro de Rocca“ an der Hafeneinfahrt. Der zenrale Platz trägt den Namen „Parque Cespedes“ nach dem Zuckerbaron Carlos Manuel de Cespedes, der am 10. Oktober 1868 seine Sklaven frei ließ und den Kampf gegen die Spanier begann. Interessant ist auch der historische Friedhof „Santa Ifigenia“ mit dem Grabmal des Freiheitskämpfers Jose ́Marti und den Gräbern anderer bedeutender Persönlichkeiten.
Die an der Südküste gelegene Stadt Guantanamo ist durch den seit 1902 bestehenden amerikanischen Stützpunkt weltweit ein Begriff, bietet aber keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten. Umso schöner ist die Fahrt auf der Küstenstraße zwischen See und Gebirge. Hier beherrschen Kakteen das Bild.
Die extrem entlegene Region um Baracoa im äußersten Osten der Insel war lange Zeit nur per Schiff oder Flugzeug erreichbar, hat aber nun über die Gebirgsstraße „Viaducto la Farola“ Zugang auf dem Landweg. In Baracoa landete Kolumbus 1492 und hinterließ ein Kreuz, das man in der Kirche am dreieckigen zentralen Platz noch heute bewundern kann.
Unsere letzte große Fahrt nach Holguin und zu unserem Strandhotel Esmeralda war für Ernesto eine große Anstrengung. Allein 76 km der langen Strecke waren so voller Löcher, dass es des ganzen Könnens des Fahrers bedurfte, Fahrgäste und Bus nicht zu gefährden.
Ein Badetag im warmen Atlantik ließ alle noch viel Sonne und herrliche Luft genießen, ehe es zurück ins verschneite Deutschland ging.

Namibias Höhepunkte

Ein Reisebericht von Frau Dr.Linnert

In Namibia, der ehemaligen deutschen Kolonie Südwestafrika erwarten den Reisenden vielfältige wunderbare Erlebnisse. Beeindruckende Landschaften, freundliche und liebenswerte Menschen, interessante Pflanzen und natürlich die Tierwelt locken Besucher aus aller Welt an, aber sie kommen zu Glück nicht in Massen.

Im Oktober ist auf der Südhalbkugel Frühling, mit über 35 Grad schon recht warm, aber trocken, denn noch fällt kaum Regen, der von den Farmern ersehnt wird.
Wir flogen nach Windhoek. Der auf dem östlichen Hochplateau gelegenen Hauptstadt sieht man ihre deutsche Vergangenheit an. Die Christuskirche, das Denkmal für die im Hereroaufstand 1904 gefallenen Soldaten der Schutztruppe, viele Häuser und sogar Straßennamen sind unverändert. Der noch im Bau befindliche protzige Präsidentenpalast liegt außerhalb auf einem Hügel. Er kostet viele Millionen, die besser angewandt wären.

Am Flughafen empfing uns der „Lange Udo“, unser Fahrer, Organisator und Reiseleiter in einer Person. Mit großem Geschick hat er den Bus über die „pads“, wie die unbefestigten Straßen hierzulande heißen, gelenkt und uns auch während der langen Fahrten viel erzählt.
Nicht weit von Windhoek entfernt liegt Katutura. In kleinen Häuschen, oft aber auch in kümmerlichen Wellblechhütten ohne Strom und Wasser haust die schwarze Bevölkerung. Sehr berührt hat uns der Besuch eines Kindergartens, in dem eine Frau unter primitivsten Bedingungen etwa 15 Kinder betreut. Sie muss offenbar auch für diese kochen. Udo unterstützt einzelne Familien, aber auch soziale Projekte.

Die Reiseroute führte zunächst südwärts. Wir haben vom ersten Camp aus eine abendliche Pirschfahrt in die Kalahari erlebt, dann die Köcherbäume zwischen bizarren Granitfelsen bewundert und die Weite des trockenen Landes gespürt. Es ist fast komplett in große Farmen unterteilt, die von Zäunen umgeben sind. Sie werden vielfach noch von Deutschen bewirtschaftet. Rinder, Schafe und Ziegen, aber auch Antilopen werden gezüchtet. Rentabler ist für viele Farmer heute die Beherbergung von Touristen. Wenn sich dann am Abend noch zahlreiche Wildtiere am Wasserloch des Camps versammeln wie in Omaruru, ist der Erfolg gesichert. Die Gäste schlafen in komfortablen Hütten.
Höhepunkte der Rundreise waren der gewaltige Fish-River-Canyon, der Namib- Naukluft- Nationalpark mit seinen berühmten roten Dünen, die trotz aller Kargheit Lebensraum für große Tiere wie Oryxantilopen und Springböcke sind, sowie der Besuch der rätselhaften Welwitschiapflanzen in der Namibwüste.
Im kühlen Nebelhauch des kalten Benguelastromes liegt Swakopmund, ein hübsches „deutsches“ Städtchen. Der alte Bahnhof ist zum Nobelhotel umgebaut worden, das Leben bewegt sich in

ruhigen Bahnen. Der kalte Meeresstrom bietet Nahrung für viele Tiere. Auf einer Katamaranfahrt durch die Walwisbay kamen wir ihnen sehr nah. Robben enterten sogar das Boot und Pelikane warteten auf ihre Ration Fisch. Viele tausend Flamingos suchen im Brackwasser nach kleinen Krebsen, flüchtig konnten wir ein paar Delphine sehen, Wale leider nicht. Die Walwisbay ist der einzige Punkt an der „Skelettküste“, den Schiffe gefahrlos anlaufen können. Hier werden auch Austern gezüchtet.

Nördlich von Swakopmund besuchten wir am Kap Kreuz eine Ohrenrobbenkolonie, ehe wir uns wieder landeinwärts bewegten. Die berühmten Felszeichnungen der Buschmänner am Brandberg standen nicht auf unserem Programm. Auch die Spitzkoppe war nur in der Ferne zu sehen.
Der letzte Ort vor dem Etosha-Nationalpark ist Outjo. Hier konnte man noch einmal Geld tauschen, in einer deutschen Bäckerei einkaufen und Himbafrauen erleben. Die Himba gehören dem auch heute noch halbnomadisch im Nordwesten lebenden Stamm an. Die Frauen und Kinder reiben sich die Haut mit einer Paste aus Fett und roter Erde ein, ihr Oberkörper ist unbekleidet. Da zu ihnen lange Zeit keine Missionare vordrangen, wurde ihnen keine europäische Kleidung aufgezwungen wie den Hererofrauen, die diese jedoch stolz als Festgewänder tragen.

Nun fieberten wir dem Etoshapark entgegen. Auf gut befahrbaren Straßen ist ein Teil des Nationalparks für Besucher zugänglich. Am sichersten kann man die Tiere an den Wasserstellen beobachten, darf das Fahrzeug auf keinen Fall verlassen. Auch abends und nachts war am Wasserloch des Camps reges Leben. Wir wären sehr gern länger geblieben, aber der Termin der Heimreise stand ja fest. Ein Ausruhtag vor dem Nachtflug tat allen gut. Die Namibische Fluggesellschaft brachte uns sicher zurück in die Heimat.

Namibias Norden, Botswanas Tiere und die Victoriafälle in Simbabwe

Eine Erlebnisreise besonderer Art

Ein Bericht von Elisabeth Linnert

Wer Namibia mit seiner bezaubernden Landschaft und den liebenswürdigen Menschen schon früher bereist hat, kehrt gern noch einmal zurück, um nun vor allem den Norden kennen zu lernen, der intensive Naturerlebnisse verspricht. Die kleine Gruppe von 11 Personen wird von unserem überaus sympathischen Treibergide Issi de Jongh, deutschstämmige Frau mit profunden Landeskenntnissen, in Windhoek empfangen und sogleich zur Ruhe gemahnt – in Afrika ticken die Uhren anders, auch beim Geldumtausch!

Dann sitzen alle im kleinen, von ihr gesteuerten Mercedesbus und lassen die Stadt auf sich wirken. Dem protzigen Unabhängigkeitsgebäude – von Nordkoreanern erbaut – musste das Reiterdenkmal weichen, das noch an die deutsche Schutztruppe erinnerte. Katutura, das Homeland der schwarzen Bevölkerung, macht noch immer einen traurigen Eindruck.

In der Okapuka-Lodge erleben wir am Nachmittag die ersten wilden Tiere, sind vor allem von den Nashörnern beeindruckt. Springböcke, Warzenschweine und Perlhühner bewegen sich ohne Scheu zwischen den urigen Hütten.

Am nächste Morgen fahren wir nun gen Norden durch eine Kupferbergbauregion bei Ojivarongo zum Etosha-Nationalpark. Die

vergilbten Gräser und kahlen Bäume zeugen von langer Trockenheit.

Nur die tief wurzelnden Kameldornbäume, Nahrung der Giraffen, tragen grünes Laub. Vom offenen Geländewagen aus entdecken wir viele große und kleine Tiere, ehe wir in der Toshari-Lodge Quartier nehmen. Jede dieser Lodges hat ihren unverwechselbaren Charakter. Vor der heutigen Durchquerung des Etosha-Parks genießen wir den kühlen Morgen, denn schnell steigt das Thermo- meter regelmäßig auf mindestens 34 Grad an. Am Anderson-Gate bieten Himbafrauen ihre Produkte an. Fotos gibt es nur gegen ein paar Dollar. Dann halten wir viele Stunden lang Ausschau nach den Bewohnern der Wildnis. Issi hat sie oft als Erste entdeckt, obwohl sie ja auf den schwierigen Wegen den Bus steuern muss.

In der Mokuti-Lodge tummeln sich Zebramangusten und freche kleine Kaphörnchen, die sogar Zuckerpäckchen vom Frühstückstisch stehlen, statt die großen Früchte des Leberwurstbaumes zu benagen.

In der Nähe von Grootfontein tanken wir alle Energie aus dem 60- Tonnen schweren Huba-Meteoriten, dem größten der Welt. Er sollte sogar verschrottet werden, was aber zum Glück nicht in die Tat umgesetzt wurde.

Die Region Rundu liegt nördlich der Veterenärlinie, einem Doppelzaun, der verhindern soll, dass die Maul- und Klauenseuche die südlichen Rinderfarmen erreicht. Am Mururanitor müssen Schuhe und Autoreifen desinfiziert werden. Die hier ansässige Bevölkerung, die in kleinen Dörfern auf staatlichem Land wohnt, ist

fast komplett von staatlichen Hilfslieferungen abhängig, obwohl dank etwas größerer Regenmengen Mais wächst. Deutsche Farmer erzielen gute Erträge und versorgen das gesamte Land mit dem Grundnahrungsmittel. Die runden oder quadratischen Hütten tragen Dächer aus dem Schilf, das Frauen an den Flussufern schneiden und bündeln.

Die Kaisosi-River-Lodge bietet am Abend eine Bootsfahrt auf dem Kavango an. Rege Aktivität herrscht am gegenüberliegenden angolanischen Ufer, wo Familien baden, Wäsche waschen etc..

In dieser feuchten Gegend ist die Verwendung von Mückerspray dringend zu empfehlen.

Das Mbunza-Museum ist ein gelungenes Projekt, die traditionellen Bräuche und Fertigkeiten dieses Stammes zu bewahren, die von Frauen und Männern demonstriert werden. Tänze bilden den Abschluss der Vorführungen.

Die Divava-Okavango-Lodge direkt am Flussufer ist Ausgangsort einer weiteren erlebnisreichen Bootsfahrt. Hippos, Krokodile und Schlangenhalskormorane bevölkern das Wasser, Stromschnellen, die Popafalls, leuchten in der schnell untergehenden Sonne. Am Morgen mischt sich der vielstimmige Gesang der Vögel mit dem Grunzen der Flusspferde.

Im Bwafata-Nationalparkt fallen vor allem die zahlreichen Impalas mit ihrer schönen Stirnzeichnung auf. Springböcke kommen hier nicht mehr vor, dafür aber Kudus, Elefanten und viele andere Tiere. Beeindruckend sind die riesigen Baobabbäume.

Den Kavango überqueren wir am nächsten Morgen zu Fuß. Er biegt nach Süden ab, um in Botswana in einem riesigen Delta zu versickern. Bei Kongola beginnt der Caprivizipfel, der 2013 in Sambesizipfel umbenannt wurde. Am frühen Nachmittag erreichen wir nach der Grenzkontrolle Botswana und befinden uns nun im Chobe-Nationalpark. Die Chobe-Safari-Lodge liegt am gleichnamigen Fluss, der später in den Sambesi mündet .Die Frühpirsch im Geländewagen und die nachmittägliche Bootsfahrt lassen uns vor allem über die riesigen Elefantenherden staunen, die aber leider dem Wald sehr zusetzen.

Die Einreise nach Simbabwe ist eine Nervenprobe, obwohl Issi einen jungen Beamten kennt. 35 Dollar sind zu entrichten, Devisen für Herrn Mugabe.

Die berühmten Victoriafälle sind der letzte Höhepunkt unserer erlebnisreichen Naturreise. Zu Fuß durch den Park und per Hubschrauber erleben wir dieses Naturwunder, lassen uns auch im traditionsreichen „Victoria-Falls-Hotel“ verwöhnen, ehe wir über Johannesburg nach Hause fliegen.

„Sultanat Oman“ – Arabisches Land mit Seele

Ein Bericht von Elisabeth Linnert

Wer den Oman, das Land des Weihrauchs und des Seefahrers Sindbad intensiver erleben möchte, sollte sich nicht mit ein paar Busausflügen von Muscat aus begnügen, sondern im Geländewagen, von einheimischen Fahrern gelenkt, die wildromantischen Wadis des Hajargebirges, die höchsten Gipfel desselben und die roten Dünen der südlichen Wüste erleben.

Unsere zehnköpfige Reisegruppe flog am 29.2.2016 in das arabische Land, das im Gegensatz zu den Emiraten bemüht ist, Traditionen zu wahren und keinen Massentourismus anzustreben. Erst mit der Machtübernahme durch den gebildeten, jungen Sultan Qaboos bin Said am 23.7.1970 begann sich das diktatorisch regierte Land aus totaler Rückständigkeit und Abschottung zu einem Musterland zu entwickeln. Öl- und Gasexporte lieferten die nötigen finanziellen Mittel und ausländische Fachkräfte die nötigen Kenntnisse, die für den Ausbau der Infrastruktur und des Bildungs- und Sozialwesens notwendig waren. Unterdessen ist auf allen Gebieten ein hohes Niveau erreicht. Erst 1986 wurde die staatliche Universität gegründet, an der auch Frauen studieren dürfen. Das Analphabetentum wurde wirksam bekämpft. Auf hervorragenden Straßen erreicht man jetzt jeden Winkel des Landes, Gastarbeiter aus Indien und Pakistan errichten noch immer Häuser für die omanischen Großfamilien, vom Staat begünstigt. Die Ausländer wohnen in Mitwohnungen, dürfen kein Grundstück besitzen. Die Omaner streben staatliche Ämter an, in denen sie ihr weißes Gewand (Dishdasha) und den Turban (Muzza) tragen. Einfache Arbeiten lehnen sie nach Möglichkeit ab. Deshalb stößt das „Omanisierungsprogramm“ des Sultans an seine Grenzen. Er möchte möglichst alle Tätigkeiten von Einheimischen ausführen lassen.
Das Land leidet unter Mangel an Wasser, das z.T. durch Meerwasserentsalzung gewonnen werden muss. In den Oasen gedeihen Dattelpalmen, deren Früchte zum „Omanikaffee“ genossen, aber auch exportiert werden.
Die Hauptstadt Muscat liegt am Golf von Oman in der Batinahebene, hinter der sich im Westen das Hajargebirge erhebt.Die Stadt beeindruckt durch die prächtigen weißen Gebäude und die gepflegten Straßen. Auf der Rundfahrt zeigt uns unser Guide Ahmed Rashad, ein Ägypter, das Opernhaus, die Hafengegend, eine große Hotelanlage, den Palast des Sultans, den er aber nur zu repräsentativen Zwecken aufsucht, und die gewaltige Sultan-Qaboos-Moschee, die als einzige fünf Minarette und eine überaus kostbare Ausstattung aufweist. Günstig ist ein Besuch am frühen Morgen, ehe die Menschenmassen von den Kreuzfahrtschiffen das Gelände überschwemmen.

Die Tagestour am 2.Tag führt uns zuerst nach Barka zum Fisch- und Gemüsesouk. Die frisch gefangenen Thun- und Schwertfische werden hier versteigert, Agrarprodukte aus der nahen Ebene und Viehfutter verkauft. Die Bergoase Nakhl wird von einer mächtigen Festung beherrscht, von deren Dachterrasse man einen fantastischen Rundblick über die umgebende Landschaft genießt. Die Omaner bauten überall Festungen und Wachttürme, da das Land wegen seiner Lage begehrt war. In jeder Burg findet man ein Dattellager. Die Säcke mit den Früchten lagerten so aufeinander, dass sie Druck ausübten. In Rinnen floss der Saft ab und sammelte sich in einem Behälter. Feinde wurden mit dem kochenden Saft überschüttet,wenn sie in die Festung eingedrungen waren.
Im Wadi Nakhl , das dank einer warmen Quelle immer Wasser führt, gedeihen die Palmen prächtig. Kanäle regulieren gezielt die Bewässerung der Plantagen. Regnet es stark, ist es in den Wadis gefährlich, denn das Wasser steigt sehr schnell.
Die Stadt Rustaq war im 17. und 18. Jahrhundert politisches und religiöses Zentrum. Die Festung, heute Museum, umrunden wir, denn unser nächstes Ziel, die Festung Al Hazm lohnt eine eingehendere Besichtigung. 1708 erbaute Sultan bin Saif aus der Al Yaruba-Dynastie das wehrhafte Anwesen und verlegte, nachdem er 1711 zum Imam gewählt worden war, seine Residenz von Rustaq hierher.
Am Morgen des folgenden Tages warten drei große Geländewagen auf uns. Nun beginnt die viertägige Tour durch die beeindruckenden Landschaften des Oman. Abenteuerlicher kann eine Fahrt durch die 64 km lange Felsenschlucht Wadi Bani Auf kaum sein, denn es gibt keine befestigte Straße. Ständig wechselt die Kulisse der Berge, die Vegetation ist spärlich, aber an feuchten Stellen wachsen Dattelpalmen. Auch hier wohnen Menschen, wie in dem Dorf Bilad Sayt mit seinen Terrassenfeldern an steilen Hängen. Selbst diese entlegenen Ansiedlungen haben Strom und Internet, nur die Wasserversorgung ist ein Problem. Etwas abseits sind noch alte Lehmbauten zu sehen, aber sie werden nicht mehr bewohnt.
Dieses Bild bietet auch die Stadt Al Hamra. Die großen Lehmhäuser stehen leer und verkommen. Lediglich ein Museum mit einem bezaubernden Hinterhof vermittelt dem Besucher Eindrücke vom traditionellen Leben der einstigen Bewohner. Mit Kardamon und Rosenwasser gewürzter Kaffee und Datteln werden am Schluss auch hier dem Gast serviert.
Am Rand des Wadi Ghul liegt das 800- Jahre alte Bergdorf Misfah. Enge Gassen, mit Baumaterial beladene Esel, steile Treppen und Wege an den Wasserkanälen durch die Oase – ein Rundgang wird zum besonderen Erlebnis. Nach kurzem Spaziergang in der Tiefe des Wadi Nakher geht es hinauf zu unserem in 2000 m Höhe gelegenen Camp am höchsten Berg des Nordens, dem Jebel Chaos

(3009 m). Mit spektakulärem Farbenspiel geht die Sonne hinter der Bergkulisse unter. Wir können uns nur schwer trennen!
Noch ist es kühl am nächsten Morgen. In der Tiefe des Wadi Nakher wallen Nebel, aber man kann schon ermessen, wie schwierig es war, die an den steilen Wänden angelegten Terrassenfelder zu bewirtschaften. Der „Grand Canyon“ des Oman ist 7 km lang und 1000 m tief. Auf dem Viehmarkt in Nizwa ist es bei der Versteigerung der Schafe, Ziegen, Kälber und Kamele recht turbulent. Beduinenfrauen mit Gesichtsschleier gehen sehr selbstbewusst mit den Tieren und ihrem Handy um. Hauptakteure sind aber die Männer und ihre kleinen Söhne. Bis 10 Uhr wird nicht nur hier, sondern auch im Gemüsemarkt, im Dattellager, an den Waffen- und Keramikständen und im Vogelmarkt gehandelt. Dann gehen die Männer zum Freitagsgebet in die Moschee, wir aber noch in die Festung, um von oben einen bezaubernden Rundblick zu genießen.

Die kurvenreiche, 36 km lange Panoramastraße zum Jebel Akdhar, dem“Grünen Berg“ ist wegen ihrer starken Steigung nicht für alle Fahrzeuge erlaubt. Bergab könnten die Bremsen versagen. Unsere Geländewagen schaffen es spielend und wir können nach einer Mittagsrast mit Fernblick einen der kleinen Orte auf dem Sayq-Plateau durchwandern, das für Rosenzucht und Obstanbau berühmt ist. Das als Weltkulturerbe anerkannte Kanalsystem Falaj ermöglicht die Kultur auf Terrassenfeldern. Die Oase Birkat Al Mawz überblickt man am besten von einem erhöhten Standpunkt aus. Auch hier beherrschen die Dattelpalmen das Bild.

Im sehr eleganten Hotel „Golden Tulip“ in Nizwa genießen wir den Nachmittag.
Der nächste Tag beginnt mit der Besichtigung des Palastes in Jabrin, der weniger der Verteidigung als vielmehr dem kunstsinnigen Herrscher als Wohnsitz diente. Die großzügig gestalteten Räume mit ihren bemalten Holzdecken zaubern eine angenehme Atmosphäre. Auf Festung und Oase Bahla werfen wir nur einen Blick, ehe wir im Süden die Wahiba-Sands erreichen, 200 m hohe Dünen, über die wir nun in halsbrecherischen Kurven durch tiefen Sand zu einer Beduinenfamilie fahren, die mit ihren Kindern und Kamelen in dieser faszinierenden Landschaft lebt. Wir übernachten im „Arabian Oryx Camp“, das bei unserer Tour zum Sonnenuntergang winzig klein am Fuß der Düne liegt. Am Morgen geht es weiter zum Wadi Bani Khalid, wo ein See mit kristallklarem Wasser zum Bad einlädt. Wir erfreuen uns an Fröschen, Libellen und sattem Pflanzenwuchs. Dann streikt Wagen 2 und muss abgeschleppt werden. Schnell ist Ersatz herbeigerufen und die Fahrt zur Küstenstadt Sur ist gesichert. Seetüchtige Schiffe, die Dhaus, wurden schon sehr lange hier gebaut. Die Werft des Unternehmers Gomaah setzt diese Tradition fort. Kurze Spaziergänge im Wadi Tiwi und zur Doline Bima Sinkhole unterbrechen die Fahrt zurück nach Muscat. Ein letztes Abenteuer ist ein Abstecher tief in den wilden Wadi Arbeyn, ehe wir wieder in der verregneten Hauptstadt zur letzten

Übernachtung ankommen. Das islamische Land, das durch kluge Politik, sicher auch durch Unterdrückung oppositioneller Strömungen zu Wohlstand und sozialem Frieden gelangt ist, hat uns sehr beeindruckt. Wie wird ein Nachfolger des beliebten Sultans Qaboos mit dem Erbe umgehen?

Panama, Nicaragua und Costa Rica

Ein Bericht von Elisabeth Linnert

Alle drei Länder liegen auf dem pazifischen Feuerring und leiden immer wieder unter Vulkanausbrüchen, verheerenden Erdbeben und Wirbelstürmen mit Starkregen, deren Folgen vor allem in Nicaragua nicht zu übersehen sind.

Vorab ein Hinweis: wer mit „Iberia“ fliegt, sollte unbedingt Ausrüstung für die ersten Tage im Handgepäck haben. Die Fluggesellschaft ist für hohe Gepäckverlustrate bekannt, wie eine unserer Teilnehmerinnen schmerzlich erfahren musste.

Unsere Reise beginnt in Panama-berühmt vor allem durch den seit dem 31.12.1999 dem Staat gehörenden wichtigen Kanal, der 1914 nach zehnjähriger Bauzeit eröffnet wurde. Panama ist ein aufstrebendes Land. Die Skyline von Panama-City am Pazifik mit mehr als 200 Wolkenkratzern, jedoch umgeben von Regenwald, ist ein imposanter Anblick, aber am Rand der Großstadt findet man auch sehr ärmlich wirkende Wohnviertel. Einen Eindruck vom artenreichen Wald, der Wasserreservoir für den großen Gatunsee ist, bekommt man auf einer einstündigen Fahrt mit der historischen Eisenbahn nach Colon. Die Hafenstadt am nördlichen Ende des Kanals ist noch relativ unterentwickelt und fast ausschließlich von Schwarzen bewohnt. Es gibt wenig Sehenswertes,aber die Kriminalität ist hoch.

Die Festungsanlage der Hafenstadt Portobelo am Atlantik, von der aus das“Inkagold“ nach Spanien verschifft wurde, zerstörten Piraten schon im 16.Jahrhundert. Das große Handelshaus ist restauriert und beherbergt ein Museum.

Höhepunkt des Panamabesuches ist eine Schiffspassage mit der „Pacific Queen“ von Panama-City nach Colon auf dem 80 km langen Kanal mit seiner seit 100 Jahren nahezu unverändert funktionierenden Technik. Durch drei Schleusen, die man auch vom Land aus besichtigen kann, werden die Schiffe auf 26 m über NN auf die Höhe des Gatunsees gehoben und durch Schleusen zum Atlantik hin wieder abgesenkt. Der riesige Gatunsee wurde künstlich angestaut und garantiert den reibungslosen Betrieb dieses wichtigen

Kanalsystems. Da immer größere Schiffe die Weltmeere befahren, sind bereits Erweiterungsbauten in vollem Gange.

Von der ersten Stadtgründung Panama Viejo sind nur noch einige Ruinen erhalten. Den Turm der zerstörten Kathedrale kann man besteigen. Die nachfolgend gegründete Kolonialstadt, die zum Weltkulturerbe zählt, wird restauriert und mit neuem Leben erfüllt. Ein Rundgang lohnt sich, zumal Indigene ihre schönen Handarbeiten feilbieten, Pelikane und Truthahngeier den Strand bevölkern und frische Meeresluft die Hitze mildert.

Managua, die Hauptstadt Nicaraguas, erreicht man mit dem Flugzeug. Dieser nördlichste der drei von uns besuchten Staaten hat eine sehr wechselvolle Geschichte, litt lange unter der korrupten Somosadiktatur, führte unter den Sandinisten soziale Reformen durch, die aber von den USA mit Misstrauen verfolgt wurden und hat sich von Embargo und Repressalien bis heute nicht wirklich erholen können. Ein schweres Erbeben von 1972 zerstörte Managua. Die Folgen sind noch sichtbar. Große Teile der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Viele finden als illegale Arbeiter in Costa Rica oder in den USA bescheidene Verdienstmöglichkeiten.

Die imposante Ruine der alten Kathedrale zeugt von der Katastrophe. Von einem Aussichtspunkt überblickt man die Managualagune und die Kette der Vulkane in der Ferne. Große gelbe Bäume aus Stahl, die an mehreren Straßen stehen und nachts erleuchtet sind, sollen der Stadt ein besonderes Flair verleihen, können aber über den Gesamtzustand nicht hinwegtäuschen.

Wir verlassen Managua in nördlicher Richtung, haben bald den gewaltigen Vulkan Momotombo im Blick und erleben den stürmisch bewegten Managuasee. Eine noch im Bau befindliche Straße führt nach Leon-Viejo, das nur von 1524-1610 bewohnt war. Ein Ausbruch des Momotombo begrub die Stadt unter Asche, deren Reste nun nach Ausgrabungen besichtigt werden können. In Nicaragua ertönt morgens und mittags über Lautsprecher Musik, während unseres Rundgangs das „Ave Maria“!

In Leon ergibt sich ein Problem – das vorgesehene Hotel ist belegt, aber eine einfache Herberge in der Nähe nimmt uns müde Reisende auf, nicht sehr komfortabel, aber der Wirt gibt sich alle erdenkliche Mühe. Die Stadt ist im spanischen Kolonialstil erbaut, die Kathedrale von 1747 und der zentrale Platz sind schön, auch durch die bunten Marktstände und die blühenden Bäume.

An Managua vorbei fahren wir nun zum Vulkan Masaya. An Lavafeldern vorbei führt eine Straße direkt bis an den Rand des rauchenden Santiagokraters, so dass man in den Höllenschlund blicken kann – ein beeindruckendes Erlebnis!

Masaya, die Stadt der Blumen und Künstler, lädt zur Rast mit köstlichen Fruchtgetränken ein, ehe die Fahrt nach Granada weiter geht.

Granada ist eine typische Kolonialstadt. 1856 zerstörte ein Großbrand weite Teile, aber davon ist heute nichts mehr zu erkennen. Die Kathedrale erstand im neoklassizistischen Stil. Höhepunkt des Rundgangs ist der Besuch der Casa de los Leones, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde und von der beim Brand nur das Steinportal erhalten blieb. Wiederaufbau im 19. Jahrhundert und private Nutzung, bis der Schauspieler Dietmar Schönherr und der nicaraguanische Dichter Ernesto Cardinal den Adelssitz erwarben und 1992 das „Haus der drei Welten“ eröffneten. Die Stiftung ermöglicht Kindern und Erwachsenen aller Bevölkerungsschichten künstlerische Betätigung und Bildung.

Erholsam und reich an Naturerlebnissen ist eine Bootsfahrt rund um die Isletas im Nicaraguasee. Hier tummeln sich Affen und zahlreiche Vogelarten auf den kleinen Inseln, die der Vulkan Mombacho als riesige Gesteinsbrocken in den See schleuderte.

Der gepflegte historische Friedhof ist einen Besuch wert, ehe die Fahrt entlang des Nicaraguasees zur Grenze führt, wo das Naturabenteuer Costa Rica beginnt. Die nördliche Provinz Guanacaste wurde weitgehend abgeholzt, um Viehzucht zu betreiben. Ein Wiederaufforstungsprogramm zeigt schon erste Erfolge. Unsere Quartiere liegen nun

mitten in beeindruckender Natur. Die Wanderung im „Ricon de la Vieja Nationalpark“ erfordert einige Kondition, denn Wurzeln und Steine auf den Wegen, Bachüberquerungen und die Hitze machen die vierstündige Tour zu einem Härtetest. Es lohnt sich aber sehr, denn nach einer Strecke im Wald mit beeindruckender Vegetation erlebt man auf offenem Gelände vielfache vulkanische Aktivitäten wie blubbernde Schlammlöcher, Schwefelseen und Geysire.

Bei der Fahrt ins Landesinnere in die Arenalregion erfahren wir etwas über die Energiegewinnung des Landes, die vor allem durch Wasserkraft erfolgt. Im Naturschutzgebiet am Arenalsee erleben wir nun den Regenwald – bei strömendem Regen – in all seiner Pflanzenpracht. Nur der aktive Vulkan zeigt sich uns nicht, aber in warmen Quellen im Gelände der Lodge spürt man seine Kraft.

Weiter geht’s zur Atlantikküste, wo rund um die Insel Tortuguero ein besonderes Naturerlebnis auf uns wartet. Die Insel ist nur per Boot erreichbar, an der Meeresseite vom gefährlichen Ozean umspült, landeinwärts aber von einem bezaubernden Kanalsystem umgeben, das man in Bootsfahrten erkundet. Von Pfeilgiftfrosch bis zum Brüllaffen kann man hier viele Tierarten entdecken und die Dschungelvegetation genießen.

Die laute Hauptstadt San Jose im Zentraltal, das vor allem für seinen Kaffeeanbau berühmt ist, liegt 1200 m über dem Meeresspiegel und ist von Nebelwald umgeben. Einige interessante Bauwerke lohnen den Besuch der Innenstadt. Vom etwas außerhalb liegenden Flughafen treten wir die Heimreise an.

Persien – Mosaik der Kulturen

Ein Bericht von Elisabeth Linnert

„In den Iran? Ist das nicht gefährlich?“ So lauteten die bangen Fragen. Wir lassen uns nicht beirren und werden reich belohnt. Bedroht fühlen wir uns nirgends, allenfalls bei der Überquerung einer Straße, denn der wilde Fahrzeugverkehr kennt keine Rücksicht auf Fußgänger. Selbstverständlich müssen auch wir als Touristen die strengen Bekleidungsvorschriften einhalten, die die Frauen verpflichten, Körper und Kopf zu bedecken. In Teheran wird die verordnete Kleiderordnung allerdings häufig unterlaufen. Geschminkte junge Frauen mit locker aufgelegtem Kopftuch auf toupierter Frisur steuern Autos, flanieren in männlicher Begleitung, treffen sich in Gaststätten, studieren und sind berufstätig. Sie streben nach mehr Freiheit. In den schwarzen Chador hüllen sich die verheiraten Frauen. Was sie empfinden, können wir nicht ergründen. Beglückend ist, dass uns sehr viel Freundlichkeit entgegen gebracht wird, ein Lächeln und der Kontakt ist hergestellt. „Germany“ ist gut. In den westlichen Provinzen, in die wohl kaum Touristen kommen, werden wir wie die Exoten angestarrt, aber nie feindselig behandelt. Stolz präsentieren Mütter und auch Väter ihre lustig bunt gekleideten Kinder.

Bilder von Khomeni und Chatami schmücken die öffentlichen Plätze, sonst ist nichts von der großen Politik zu spüren. Der Iran hat nach dem verheerenden Krieg gegen den Irak großartige Aufbauleistungen vollbracht. Das Straßennetz ist hervorragend, die Wüste auf weiten Strecken mit Tamarisken aufgeforstet, erdbebensichere Gebäude lösen die alten Lehmbauten ab, die Städte sind begrünt und sehr sauber, was man allerdings von den Dörfern nicht behaupten kann.

Die stolzen Perser sind schöne Menschen. Offensichtliche Armut begegnet uns nicht. Darf sie nicht gezeigt werden? Ein Job reicht oft nicht aus, den Lebensunterhalt zu bestreiten, denn die Inflationsrate ist mit über 20 % sehr hoch.
Majid Raffii und unser tüchtiger Buslenker Mesan begleiten uns über die 4600 km lange Rundreise durch das interessante Land, die in Teheran beginnt. Beim ersten Blick aus dem Hotelfenster grüßt uns die Kette des schneebedeckten El Bors, der die Millionenstadt im Norden begrenzt. Im klimatisch angenehmen Nordviertel sind die Wohnungen teuer. Hier residierte auch bis zu seiner Emigration im Jahr 1979 der letzte Sha mit seiner Familie. Wir besuchen den Sommerpalast, den Grünen Palast und den Winterpalast. Die Muster der Stuckdecken korrespondieren mit denen der herrlichen Teppiche, Spiegelsäle entfalten ihre Pracht. Parkanlagen umgeben die einzelnen Gebäude.

Sehenswert ist auch das Teppichmuseum. Die Perser waren schon immer berühmt für ihre wunderbaren Erzeugnisse der Knüpftechnik.
Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied von der Hauptstadt. Am Azadi-Monument vorbei, das

der Sha zum Gedenken an 2500 Jahre Perserreich errichten ließ, fahren wir westwärts nach Hamadan. Das von Nordwesten bis in die Golfregion reichende Zagrosgebirge prägt die Landschaft, die wir in den nächsten Tagen bereisen. Hamadan wurde als Ekbatana um 700 v.Chr. von den Medern gegründet und später von den Achaimeniden als Residenzstadt genutzt. Die Grundmauern der alten Stadt wurden ausgegraben und sind zu besichtigen. Sehenswert sind das Grabmal von Esther und Mordekhai sowie das mit geometrischen Mustern an der Fassade und pflanzlichen Ornamenten im Inneren reich geschmückte Grabmal Gonbad.e Alivan aus dem 12. Jahrh.. Der berühmte Arzt Avicenna starb 1037 n.Chr. in Hamadan. Ein Denkmal erinnert an ihn. Ausflugsort für die Bevölkerung ist ein liebliches Gebirgstal. In eine Felswand sind die Originaltafeln in Keilschrift eingelassen, auf denen sich Darius I. (522 -486 v.Chr) und sein Sohn Xerxes ( 486 – 465 v.Chr.) vorstellen.

Unser nächstes Ziel Kermansha – Hauptstadt der Kurdenprovinz – hat im Krieg besonders gelitten. Mehr als 90% der Einwohner flohen, Bombenschäden sind noch heute erkennbar. Wir sind hier nur 100 km vom Irak entfernt.
Die Täler des Zakrosgebirges sind fruchtbar. Anbau von Kartoffeln und Getreide.

Ein Höhepunkt der heutigen Etappe ist Bisotun. Eine dreisprachige Inschrift berichtet vom Sieg Darius`I. über die sogn. Lügenkönige. Sein Triumph ist auch in einem Relief dargestellt, das von der geflügelten Sonnenscheibe des Gottes Ahura Maza bekrönt wird. Unweit von Kermansha sind die Höhlenreliefs Taq-e Bostan aus sasanidischer Zeit zu bewundern.

Bei Ahvaz befinden wir uns in der Nomadenprovinz Lurestan. Große Schafherden suchen auf den kargen Flächen ihr mageres Futter. Einige Nomaden sind sesshaft geworden, andere leben noch in ihren traditionellen Zelten.
Vom Achaimenidenpalast des Darius in Susa sind nur noch Grundmauern erhalten. Das sogn. Danielsgrab aus dem 19. Jahrh. ist wichtige Pilgerstätte für Araber.

In Tschoga Zanbil begeistert uns die gut erhaltene Zikkurat, aus luftgetrockneten Lehmziegeln errichtet und mit gebrannten Ziegeln ummantelt. Sie stammt aus der Zeit von 1270-1240 v.Chr..
In Shushtar sind nicht nur Reste einer Brücke über einen Nebenarm des Karun zu sehen, sondern auch aus Bruchstein errichtete Wassermühlen aus der Sasanidenzeit (3.-7.Jahrh n.Chr.) .

Die Strecke von Ahvaz nach Shiraz führt durch die ebene Golfregion mit ihren Ölfeldern, dann wieder durchs Gebirge.
Die alte Perserstraße in Bishapur wurde schon von Alexander dem Großen auf seinem Weg nach Persepolis genutzt. Sie führt durch eine Schlucht, die in der Sasanidenzeit mit Felsreliefs geschmückt wurde. In der Nachbarschaft sind ein kreuzförmiger Palast und ein Anahitatempel ausgegraben worden.

Shiraz ist die Stadt der bedeutendsten Dichter Persiens. Hohe Verehrung erfahren die Grabmale von Saadi und Hafiz. Von Shiraz aus besuchen wir die Weltkulturerbestätte Persepolis, die uns tief beeindruckt. Nicht weit davon entfernt haben der Gründer dieser Stadt Darius I. und sein Sohn Xerxes in den Felsengräbern von Naqsh-e Rostam ihre letzte Ruhe gefunden.

Im Sha Cherag-Museum, der sogn. Spiegelmoschee in Shiraz erleben wir eine Zeremonie, durch die die neunjährigen Mädchen voller Stolz in die Welt der erwachsenen Frauen aufgenommen werden. Von nun an tragen sie das Kopftuch.
Shiraz erlebt man am besten zu Fuß, denn viele historische Stätten gruppieren sich um enge Gassen. Im Basar ist das Angebot sehr vielfältig. Es duftet nach orientalischen Gewürzen. Die feine Wohnkultur des 19. Jahrhunderts kann man in einem jetzt als Hotel genutzten Haus bewundern. Hier tut eine Teepause gut, ehe noch eine Moschee aus der Qadjarenzeit zu besichtigen ist. Die Moscheen sind je nach Entstehungszeit auf verschiedene Art prächtig geschmückt.

Am Korantor vorbei verlassen wir Shiraz mit dem Ziel Yazd . Weltberühmt ist das Grabmal des ersten achaimenidischen Königs Kyros, der das Weltreich der Perser begründete. Bestattet wurde er nach zoroastrischem Ritus, nach dem der als unrein geltende Leichnam weder mit Feuer, noch mit Erde oder Wasser in Berührung kommen darf.

Unterwegs besuchen wir in Abarkuh kegelförmige Kühltürme, in denen früher auf einfache Art Eis erzeugt und länger konserviert wurde.
Die Wüstenstadt Yazd ist heute eine moderne Industriestadt, deren Häuser nach alter Tradition aus gelben Ziegeln erbaut werden. Die Außenbezirke reichen unterdessen bis an die „Türme des Schweigens“ heran, auf denen bis 1970 die Verstorbenen den Geiern ausgesetzt wurden. Der zentrale Platz wurde im 15.Jahrhundert vom Gouverneur Amir Chaqmaq gestaltet. Als Besonderheit fällt hier ein großes blattförmiges Holzgestell, das Nakhl, auf, das geschmückt bei Prozessionen umher getragen wird. Der Temperierung der Wohnräume dienen die nach einem einfachen Durchzugprinziep funktionierenden Windtürme, die die Häuser überragen. Wasser fließt in unterirdischen Kanälen, den Qanaten, in denen es oft über viele Kilometer herbei geleitet werden muss. Die Zoroastrier verehren in einem Tempel das ewige Feuer. Religionsgemeinschaften werden im Iran zwar geduldet, dürfen aber nicht missionieren.

Die Stadt Nain am Weg nach Isfahan ist durch ihre Teppiche berühmt. Eine Moschee aus dem 10. Jahrhundert und die aus Lehmziegeln errichtete Zitadelle inmitten der verfallenen Altstadt lernen wir auf einem Rundgang kennen.
Isfahan, unter Abbas I. im 16. Jahrhundert gegründet und sehr großzügig gestaltet, ist dank des Flusses Zayandehrud eine blühende Oase inmitten der lebensfeindlichen Wüste. Der riesige zentrale Platz mit seinen wunderschönen Bauten ist zum Weltkulturerbe erklärt worden. Die Perser nennen ihn den schönsten Platz der Welt. Wir genießen das besondere Flair dieser Stadt in den zwei Tagen unseres Aufenthaltes in vollen Zügen, ehe sich mit der Fahrt über Natanz und Kashan nach Teheran der Kreis dieser herrlichen Reise schließt. Wir bedauern es, dass so wenige Touristen das an Kultur so reiche Land besuchen, sich durch negative Berichte der Medien beeinflussen lassen.

Kundenreisen

Tagebuch einer Safari in Tansania

Ein Bericht von Hans-Jürgen Kratz

1. Tag (Ankunft)

Am gestrigen Abend um 22.00 Uhr in Frankfurt gestartet landen wir um 13 Uhr nach einem vierstündigen Zwischenstopp in Addis Abeba (Äthiopien) am Flughafen Kilimandscharo (Tansania). Zur Zeit ist in Afrika Winter, d. h. die Tagestemperatur liegt bei angenehmen 24 Grad und die Sonne scheint. Ein Fahrer holt uns ab und bringt uns zu der nur 15 Autominuten entfernten KIA-Lodge, deren über 30 Bungalows im afrikanischen Stil zweckmäßig eingerichtet sind. Nach dem Abendessen gehen wir etwas erschöpft von der langen Anreise früh zu Bett, um am nächsten Tag ausgeruht unser Abenteuer Afrika  beginnen zu können.

2. Tag (Tarangire Nationalpark)

Nach dem Frühstück werden zwei Lunchpakete und unsere Taschen eingeladen und ein Fahrer bringt uns auf einer gut ausgebauten Straße in das ca. 40 km entfernte Arusha, eine typisch afrikanische und lärmende Stadt mit etwa 400.000 Einwohnern; auf dem Weg dorthin staunen wir über die vielen bunt und traditionell gekleideten Frauen, die am Rande der Straße mit Wasserkanistern auf dem Kopf und zu Fuß unterwegs sind sowie über die regelmäßig rechts und links zu sehenden Viehherden im Staub des offenen Geländes, beaufsichtigt in der Regel nur von  Halbwüchsigen oder Kindern. Etwas außerhalb Arushas ist der Treffpunkt mit unserem deutschsprachigen Fahrer Mohammed, der uns die ganze Zeit als Guide begleiten wird. Schnell sind unsere beiden Taschen und die Lunchpakete in seinen Geländewagen umgeladen und wir fahren voller Erwartung ca. 2 Stunden zum Tarangire Nationalpark, an dem unsere Safari beginnen wird.

Mohammed öffnet das Teleskopdach und im Auto stehend, Kamera und Fernglas parat, biegen wir auf die einfachen Sand- und Schotterpiste ein, die in den Park führt und unser Auto quietscht und stöhnt bei jedem Schlagloch; Gestrüpp, Gras und Affenbrotbäume säumen den Weg und schon nach kurzer Fahrt durch die lichte Vegetation stoßen wir auf einen kleinen See, an dem wir die ersten weidenden Gnus und Zebras, Impalas, Thomson-Gazellen und Warzenschweine sehen. Mohammed schaltet den Motor aus und wir saugen die Bilder in uns auf. Die Tiere sind völlig entspannt und kommen teilweise bis wenige Meter an unser Auto heran, trotzdem lassen sie uns nicht aus den Augen; die Ohren zucken umher und die Schwänze schlagen von einer zur anderen Seite, um Fliegen und andere Parasiten zu vertreiben. Ein großer Giraffenbulle taucht aus einem Gestrüpp auf und schreitet majestätisch zum Ufer, knickt mit deinen beiden Vorderläufen ein und beginnt zu trinken, danach geht er wie in Zeitlupe keine 10 Meter an uns vorbei und betrachtet uns interessiert von oben – wir fühlen uns in Afrika angekommen!

Wir könnten stundenlang zuschauen, fahren aber weiter und treffen in einem flachen Flussbett, keine 70 Meter von uns entfernt, auf eine etwa 30köpfige Elefantenfamilie aus Müttern, denen drollige Elefantenbabys mit schlenkerndem Rüssel nicht von den stämmigen Beinen weichen, großen Tanten und Cousinen sowie auch halbwüchsigen Bullen, die sich etwas abseits halten. Eine unglaubliche Harmonie und Friedfertigkeit strahlen diese imposanten Tiere aus, wenn sie völlig lautlos, nur Schnauben, Rupfen und leises Kollern ist zu hören, die Rüssel um Grasbüschel schlingen und zum Mund führen oder Wasser aufnehmen. Es ist ein Geschenk, so etwas zu sehen und erleben zu dürfen und wir verharren still und ehrfürchtig.

In den nächsten Stunden sehen wir Paviane, die auf einer weiten Grasfläche Samenkörner auflesen und in den Mund stopfen, weitere Warzenschweine, die knieend und mit ihren gefährlich aussehenden Hauern den Boden umpflügen und auch weitere Giraffen, die mit langen Hälsen Blätter von den Bäumen pflücken; auch eine andere kleine Elefantenfamilie sehen wir seitlich im Gebüsch stehen sowie etwas entfernter einen großen Einzelgänger mit langen und Respekt einflößenden Stoßzähnen und immer wieder Zebras und Gnus, Thomson-Gazellen, Strauße, Schakale und Impalas. Ein weiterer Höhepunkt des ersten Safaritages ist eine Löwin, die wir in der Ferne alleine durch hohes Gras streifen sehen. Gegen 19.00 Uhr treffen wir auf der Maramboi Tendet Lodge ein, von der aus wir am nächsten Tag zum Lake Manyara Nationalpark weiterfahren werden. Die Lodge liegt in einer üppigen Vegetation aus Blumenrabatten, Bananenstauden und Kaffeepflanzen.

3. Tag (Lake Manyara Nationalpark)

Voller Vorfreude und erwartungsvoll geht es in Richtung Lake Manyara Nationalpark, dessen Fläche zu zwei Dritteln vom sodahaltigen Manyara-See eingenommen wird. Schon kurz nach der Einfahrt in den Park sind wir von einem üppigen und grünen Wald mit uralten Mahagonibäumen umgeben, in deren Ästen sich große Horden von Pavianen tummeln; immer wieder muss Mohammed vorsichtig durch Bäche und Flüsse fahren, die hier die Piste queren und wir sehen einen großen Waran am Ufer eines solchen Baches liegend, daneben auf einem Bein stehend ein Gelbschnabelstorch, der sich durch uns nicht stören lässt. Drei Wasserböcke blickt uns unter dem Schutz eines dichten Laubdaches an, zwei kleine Dikdiks verharren im Gebüsch, als wir im Schritttempo vorbeifahren.

Dann stoßen wir auf den See, der bis zum Horizont reicht. Hunderte rosafarbener Flamingos stehen im flachen Uferwasser, bewegen die abwärts gebogenen Schnäbel hin und her und filtern so ihre Nahrung heraus. Dazwischen tummeln sich Pelikane, Gelbschnabelstörche und Kormorane. Etwas abseits in einem sumpfigen Schilfgürtel durchsiebt ein Löffelreiher mit seinem typischen breiten Schnabelende das Wasser auf der Suche nach Fröschen, Fischen und anderem Wassergetier, verschiedene Ibis- und Reiherarten mit schmalen Schnäbeln picken sich durch das flache Wasser und das grüne Ufergras, andere stülpen ihre gespreizten Flügel über sich, um im Schatten der Flügel Fische zu finden. Etwas weiter im See entdecken wir die ersten Flusspferde, nur ihre Nasenlöcher und Ohren sind zu sehen, bis eines von ihnen langsam an das Ufer steigt und fotogerecht verharrt. Es bewegt sich nicht einmal, als mehrere Pelikane in niedriger Höhe über ihm hinwegfliegen, nur die Ohren kreiseln.

Wir fahren langsam am See entlang bis zu einer weniger schilfigen und morastigen Stelle, an der eine Herde afrikanischer Büffel steht bzw. wiederkäuend liegt. Wir halten 50 Meter Abstand und die Büffel und wir beäugen uns gegenseitig. Gerade die Bullen sind Muskelpakete und strotzen vor Kraft mit ihren massiven breiten und wulstigen Hörnern, aber wir vertrauen unserem Guide Mohammed, dass er keine unnötigen Risiken eingeht. Wir setzen die Pirsch fort und fahren am See entlang weiter bis zu einer heißen Quelle, deren Wasser in den See mäandert. In der Nähe stehen Zebras und äugen zu uns herüber, zwei Giraffen schlendern durch eine Ansammlung von Impalas am Seeufer entlang, die Silhouetten ihrer langen Hälse bilden einen schönen Kontrast zur glitzernden Wasseroberfläche. Schließlich wird es Zeit, sich auf den Weg zur nächsten Lodge zu machen und rechtzeitig vor 19.00 Uhr erreichen wir die Tloma Lodge, wo in der Abenddämmerung Gnus an unserer Terrasse vorbeiziehen. Da die Lodge nicht eingezäunt ist, muss uns nach Einbruch der Dunkelheit ein mit einem Speer bewaffneter Massai zu unserem kleinen Bungalow begleiten.

4. Tag (Serengeti)

Die Lunchpakete sind gepackt und früh am Morgen geht es am oberen Rand des dicht bewaldeten Krater des Ngorogoro entlang in Richtung Serengeti. Die Bäume bilden einen dichten Regenwald, in dem noch der Frühnebel hängt und eine unwirkliche Stimmung erzeugt. Mohammed erzählt uns, dass auf der geteerten Straße häufig Leoparden entlang trotten, aber wir sehen keinen. An einer lichten Stelle halten wir und wollen von oben in den Krater schauen, aber auch er ist noch voller Frühnebel und es sieht aus, als habe jemand den Krater mit Watte gefüllt. Am steinernen und pyramidenförmigen Grabmal von Prof. Dr. Grizimek und seinem Sohn Michael am Kraterrand, der bei Aufnahmen zum Film „Serengeti darf nicht sterben“ im Jahr 1959 im Alter von 25 Jahren mit einer Cessna tödlich verunglückte, halten wir an und gedenken den beiden wohl erfolgreichsten Umweltschützern aller Zeiten, ohne die es wohl keine Nationalparks in Afrika geben würde.

Gegen Mittag verlassen wir die geteerte Straße und erreichen nach wenigen Kilometern auf einer  staubigen, holprigen Piste den Nationalpark Serengeti und sind sofort überwältigt von der unendlichen Weite. So weit das Auge reicht nur gelbes Gras, allerdings zur rechten Seite auch riesige verbrannte Flächen bis zum Horizont, auf denen beim genaueren Hinsehen schon wieder die ersten grünen Sprösslinge wachsen. Gruppen von Kuhantilopen, Impalas, Thomson-Gazellen und Warzenschweine haben sich schon wieder eingefunden, auch Blesshühner bevölkern schon wieder die Landschaft.

Das Gras wird grüner und die ersten Zebras tauchen als schwarz-weiße Farbtupfer auf, gefolgt von Gnus und Impalas und Warzenschweine graben knieend den Boden um. In der Nähe eines kleinen Rinnsales stoßen wir plötzlich auf eine mächtige Löwin, die keine drei Meter neben unserem Auto hinter einer kleinen Sandkuhle in der Sonne döst. In der Ferne ziehen zwei Elefanten mit langen Stoßzähnen durch das Gras, dann erspähen wir eine Gruppe Giraffen, die uns aufmerksam betrachtet; einige Kilometer weiter entdecken wir mit dem Fernglas mehrere Afrikanische Wasserbüffel, die sich wiederkäuend in den Schatten einer Akazie zurückgezogen haben, an ihren Seiten und auf ihren Rücken turnen Madenhacker; direkt am Rand der staubigen Schotterpiste schläft eine Hyäne unter einem Busch.

Später sehen wir eine Löwin sich tief ins Gras ducken und eine Warzenschweinfamilie beobachten, die scheinbar unbekümmert in Richtung der Löwin läuft. Nur etwas 50 Meter von der Löwin entfernt verharren die Warzenschweine plötzlich, stellen ihre Schwänzchen wie Antennen auf und breschen dann davon; die Löwin erhebt sich und trottet weiter und am Nachmittag beobachten wir eine Gruppe Hartebeests, als ein Gepard mit zuckender Schwanzspitze nur wenige Meter hinter unserem Auto auftaucht und dann plötzlich in Richtung der Antilopen zu spurten beginnt; der Warnschrei eines Vogels lässt die Hartebeests aber davon stieben und der Gepard muss seinen Angriff abbrechen. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir das Kati Kati Tentet Camp, ein reines Zeltcamp mitten in der Serengeti mit 10 einfachen, aber geräumigen Gästezelten für jeweils zwei Personen. Auch hier gilt, dass keiner der Gäste in der Dunkelheit alleine zu seinem Zelt gehen darf und man weist uns darauf hin, dass in den Zelten jeweils eine Trillerpfeife liegt, die wir benutzen sollen, falls wir uns bedroht fühlen. Als die Sonne untergeht, entzünden die Guides ein großes Lagerfeuer und wir fühlen uns wie in einem Afrikafilm früherer Jahre. In der Nacht lauschen wir dem Gebrüll eines Löwen, auf unserem Zelt turnen Paviane herum und beim Frühstück berichtet ein Gast, dass in der Nacht Afrikanische Büffel in der Nähe seines Zeltes grasten.

5. Tag (Serengeti)

Schon wenige Kilometer nach unserem Aufbruch sehen wir neben den allzeit präsenten Impalas, Gnus, Zebras und Thomson-Gazellen heute zum ersten Mal einen kleinen braun-weiß-gestreiften Schopfhirsch, der sich in einen kleinen Graben duckt; immer wieder zupfen neben der staubigen Piste Giraffen Blätter von den Bäumen und Wasserböcke beäugen uns argwöhnisch.

Im Laufe des Vormittages stoßen wir auf einen kleinen etwas tiefer liegenden Fluss zur rechten Hand, von dem gerade eine Elefantenfamilie emporsteigt, zur linken Hand nähert sich eine weitere Elefantenfamilie auf dem Weg zum Wasser; nur etwas 20 Meter direkt vor uns treffen beide Gruppen aufeinander und  tasten sich mit ihren Rüsseln ab; alles ist friedfertig, nur zwei junge Bullen messen spielerisch ihre Kräfte und versuchen sich mit aufgestellten Ohren mit den Stoßzähnen wegzuschieben. Die große Leitkuh der vom Wasser kommenden Herde führt ein winziges Kalb und vor Überquerung der Straße bleibt sie stehen und schaut lange zu uns, das Kalb hinter ihr versteckt. Nachdem sie wohl erkannt hat, dass keine Gefahr droht, schreitet sie flotten Schrittes über die Straße, das Kalb wuselt hinter ihr her. Ihr folgt majestätisch die ganze Familie, die andere Gruppe verteilt sich am Flussufer und beginnt zu trinken. Einige Zeit später können wir einige Flusspferde in einem Tümpel beobachten, auf ihren Rücken sitzen weiße Reiher und befreien sie von Parasiten, ein Marabu schreitet stolz am Ufer entlang. Später umrunden wir im Schritttempo einige „Kopjes“, Formationen aus großen und glatten Felsen, die sich unmittelbar aus der Serengeti erheben und wir entdecken auf der Spitze von einem der Kopjes einige Löwinnen, die sich auf den warmen Steinen sonnen. Wir sehen noch weitere Löwinnen, ein männlicher Löwe bleibt uns aber weiterhin versagt.

Mittags kommen wir in die Olduvai-Schlucht, die zu den Wiegen der Menschheit zählt; hier bestaunen wir die Nachbildung der sog. „Laetoli-Footprints“, die Nachbildung einer ca. 3,6 Mio Jahre alten menschenähnlichen Fußspur, die ca. 40 km entfernt ausgegraben wurde. In der Nähe erklimmen wir einen der Kopjes, der einmal ein heiliger Ort der Massai gewesen ist und bewundern  die alten Zeichnungen und Symbole an den Wänden.

Auf der Rückfahrt zum Camp haben wir das Glück, eine Gepardenmutter mit zwei halbwüchsigen Jungen unter einem Baum spielen zu sehen und das Glück ist uns auch weiterhin hold, denn einige Zeit später sehen wir im Abstand von wenigen Kilometern drei Leoparden, die jeweils faul auf einem Baum liegen und Vorder- und Hinterbeine baumeln lassen. Beim gemeinsamen Abendessen im Camp im offenen Verpflegungszelt trabt plötzlich eine Hyäne nur wenige Meter an unserem Tisch vorbei, aber bevor die Guides reagieren können, ist sie schon wieder in der Dunkelheit verschwunden.

6. Tag (Serengeti)

Heute fahren wir in einen anderen Teil der Serengeti mit der festen Absicht, mindestens einen männlichen Löwen zu sehen, stoßen zunächst aber wir auf eine große Herde Afrikanischer Büffel, die es auf dem gegenüberliegenden Ufer eines kleinen Flusses zum Wasser treibt. Später treffen wir auf eine andere Herde auf unserer Flussseite, in der uns mächtige Bullen nicht aus den Augen lassen; auch die noch Kälber führenden Kühe haben uns immer im Blick und wir verhalten uns absolut ruhig, zumal die Büffel ziemlich nahe sind. Wir entdecken zwei weitere Leoparden auf Bäumen und eine Hyäne, die unentschlossen auf einen Waran vor ihren Füssen blickt, der mit drohend gebogenem Schwanz der Hyäne klarmacht, dass er keine leichte Beute sein wird; schließlich gibt die Hyäne auf und trottet weg. Im weiteren Verlauf sehen wir auch wieder mächtige Elefantenbullen mit langen Stoßzähnen entspannt durch saftiges Gras wandern und am Ufer eines anderen Flusses entdecken wir mit meterlange Nilkrokodile, die mit getrocknetem Schlamm bedeckte bewegungslos auf Beute warten.

Gegen Mittag ist es dann soweit und auf einem kleinen Hügel neben einem Wasserloch sehen wir die ersten männlichen Löwen und zwar gleich fünf Tiere; es müssen Brüder sein, da sie gemeinsam im hohen Gras dösen. Einer steht auf, schreitet majestätisch so nahe an unserem Auto vorbei, dass wir ihn berühren könnten, trinkt an der Wasserstelle, geht zur anderen Seite der Tränke und lässt sich im Schatten eines Baumes nieder. Seine vier Brüder folgen ihm in den nächsten Minuten. Kurze Zeit später erspähen wir zwei weitere männliche Löwen, die es sich auf einem Termitenhügel bequem gemacht haben und einige Kilometer weiter ist eine Löwin gerade dabei, eine Thomson-Gazelle zu fressen; eine zweite Löwin ist bei ihr, traut sich aber nicht, ebenfalls an dem Mahl teilzunehmen und legt sich wartend daneben ins Gras. Am späten Nachmittag sehen wir mehrere Löwinnen bequem auf den unteren Ästen eines Baumes liegen, ein sehr seltener Anblick

Auf der Rückfahrt in unser Camp treffen wir wieder auf die Gepardenmutter von gestern, als sich hinter unserem Auto eine Hyäne gegen den Wind anschleicht und die letzten 20 Meter zu den Geparden vorstürmt. Bevor die Gepardenmutter weiß, was passiert, hat die Hyäne schon eines der Jungtiere gepackt und getötet; gierig schlingt sie große Fleischbrocken hinunter und der Gepardenmutter bleibt nur, sich mit dem überlebenden Jungtier zurückzuziehen. Wir sehen noch mehrere Giraffen bzw. Giraffenfamilien, Gruppen von Gnus und Zebras sowie verschiedene Schreitvögel, einen Serval und mehrere Wasserböcke und Kuhantilopen, bevor wir wieder im Camp sind.

7. Tag (Serengeti)

Heute verlassen wir das Zeltcamp Kati Kati und fahren durch die Serengeti und das Schutzgebiet des Ngorogoro am Rand des Ngorogorokraters entlang zu unserer nächsten Lodge und es scheint, als wolle uns die Serengeti noch einmal die Vielfalt ihrer Tierwelt zeigen – Elefanten und Nilpferde, Afrikanische Büffel und Löwen, Giraffen, Gazellen und Antilopen, Kraniche und Sekretäre, Nashornvögel und Störche, Reiher, Strauße und Warzenschweine ziehen an uns vorbei und auch ein Gepard gibt sich noch einmal ein Stelldichein. Beim Picknick am Mittag leisten uns Klippschliefer, die kleinen Verwandten der Elefanten, Gesellschaft und viele bunte Vögel umflattern uns, während Zebras und Gnus nicht weit entfernt grasen.

Gegen Mittag kommen wir an eine lichte Stelle des Kraterrandes, wir halten an und haben einen fantastischen Blick in den 300 Quadratkilometer großen Krater hinein. Das alkalische Wasser des Lake Magadi in der Ferne glitzert in der Sonne und die bewaldeten Hänge auf der anderen Kraterseite prangen in sattem Grün bis fast zur Kratersohle. Morgen werden wir in den Krater hineinfahren und wir freuen uns schon sehr darauf.

Unser heutiges Ziel, die Kitela Lodge, ist das Gegenteil des Kita Kita Tented Camps, denn die Kitela Lodge ist eine fast schon luxuriöse Lodge. Die Bungalows im afrikanischen Stil haben ein riesiges Badezimmer mit einer auf Füßen freistehenden Wanne (es stehen weiße und flauschige Bademäntel stehen zur Verfügung), aus der heraus man eine fantastische Sicht auf die hoteleigene Kaffeeplantage hat, eine das Hauptgebäude umlaufende Terrasse gibt den Blick frei auf einen großen Swimmingpool mit glasklarem Wasser und auf dem gepflegten Rasen laden Loungemöbel zum Verweilen und Entspannen mit einem frisch gemixten Cocktail ein. Nach den drei Tagen im Zeltcamp der Serengeti gönnen wir uns eine einstündige wohltuende Massage, die äußerst professionell ist. Das abendliche Essen wird auf der Terrasse serviert und jeder Tisch hat seinen eigenen gemauerten Kamin, der jeden Abend entzündet wird und Behaglichkeit verströmt. In der gemütlichen Bar lassen wir den Tag ausklingen.

8. Tag (Ngorogoro-Krater)

Am achten Tag unserer Safari sind wir mit Mohammed wieder früh unterwegs und fahren ein Stück weit die gestrige Strecke zurück, um zur Kratereinfahrt zu gelangen. In gewundenen Serpentinen schlängelt sich eine holprige, staubige Piste mit großen Schlaglöchern hinunter in den Krater, der vor 3 Millionen durch einen zusammengebrochenen Vulkanberg entstand.

Überraschend vielfältig ist die Vegetation im Krater – Savannen gehen in Halbwüsten über und dichte grüne Wälder wechseln sich mit weiten Sumpfgebieten ab, die mehrere kleine Seen umschließen, in denen sich Flusspferde tummeln. Im hohen Schilfgürtel um einen der Seen erkennen wir einen großen Elefantenbullen, von dem nur der Rücken zu sehen ist. Am Rande eines der Seen hat eine Kolonie Flamingos ihren Standort, Kronenkraniche und Strauße stolzieren umher, ein Sekretär lässt seinen Federschopf im Wind flattern. Mitten auf einem Stück Savanne und nur mit Fernglas zu erkennen liegt ein mächtiger Löwe mit schwarzer Mähne und schläft. Einen zweiten und ebenso mächtigen Löwenmann mit drei Löwinnen finden wir am Nachmittag auf der anderen Seite des Kraters ebenfalls schlafend, wenige Meter von ihnen entfernt erkennen wir im Fernglas die Überreste eines großen Beutetieres, dessen Rippen noch weiß und blutig glänzen. Ein Schakalpärchen wartet in der Nähe, bis es etwas stibitzen kann.

Ein leicht galoppierendes Gnu kommt uns entgegen, in einigen Minuten Abstand folgt ihm eine ebenso leicht galoppierende Hyäne. Armes Gnu, es wird wohl spätestens in einer Stunde im Magen der Hyäne enden, denn sie sind ausdauernde Hetzjäger. Bleiche Elefantenschädel und riesige Beinknochen am Strassenrand lassen die Vermutung zu, dass hier vor einigen Wochen ein Elefant verendete.

In einer licht bewaldeten Ecke des Kraters schieben wir uns langsam durch eine große Zebraherde und sofort sind wir umschwärmt von einer Unmenge Fliegen. Einige Zebras führen Fohlen mit und der eine oder andere Hengst versucht, einen Nebenbuhler in die Schranken zu verweisen. Später sehen wir in der Ferne einige Afrikanische Wasserbüffel knietief in einem der Seen stehen. Im Gegensatz zur Abfahrt ist die aufwärts aus dem Krater führende Strasse gepflastert, da bei Regen ansonsten keine Ausfahrt möglich ist, wenn sich Schlamm und roter Staub zu einer schmierigen Masse vereinen, die auch kein Allradantrieb bewältigen kann. Am Abend genießen wir noch einmal die Annehmlichkeiten der Kitela Lodge und gehen frühzeitig schlafen, allerdings nicht ohne zu erschrecken, denn man hat uns Bettflaschen in die Betten gelegt, da die abendliche Temperatur „nur“ ca. +10 Grad beträgt.

9. Tag (Ngorogoro-Schutzgebiet)

Noch einmal streifen wir durch das Ngorogoro-Schutzgebiet mit seinen dichten Wäldern am äußeren Kraterrand und seinen Ausläufern, auf denen sich Grasland und Felder erstrecken. Platz. In den Wäldern oben tummelt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Affenarten und auf den unteren Grasflächen weiden Herdentiere wie Zebras, Gnus und Antilopen; auch Giraffen sind noch vereinzelt zu sehen.

Allerdings merkt man hier schon die näher kommende Zivilisation, denn die wilden Weidentiere werden immer weniger, dafür sind immer mehr Vieh- und Ziegenherden zu sehen; Massai stehen an der Strasse und wollen fotografiert werden, Kinder in Schuluniformen gehen die Strasse entlang und Frauen tragen Wasserkanister oder große Ballen auf ihren Köpfen. Nach mehreren Stunden Fahrt erreichen wir Arusha und die letzte Lodge unserer Safari, die Moivaro Lodge, die schön zwischen dichten Bäumen und breit gefächerten Blumenrabatten liegt. Kleine Äffchen springen durch die Bäume und pflücken die hier wachsenden Avocados, ein idyllisch gelegener Swimmingpool lädt zum Verweilen ein und wir legen uns schläfrig in die bereitstehenden Liegestühle.

10. Tag (Abreise)

Am nächsten Vormittag werden wir von einem Fahrer abgeholt und er bringt uns zum Flughafen in Kilimandscharo. Nach einem Imbiss im Flughafenrestaurant wird es Zeit zum Einchecken und wir fliegen nach Addis Abeba, um dort nach zweieinhalb Stunden Aufenthalt die Maschine nach Frankfurt zu besteigen; am nächsten Morgen werden wir in Frankfurt aussteigen, im Gepäck fast 1.000 Fotos, eine Unmenge von Videos und bleibende Erinnerungen an ein wunderschönes und einmaliges Erlebnis.

Hans-Jürgen Kratz

23.09.2016

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